Gärten und Parks im Braunschweiger Land - Ein historischer Diskurs über Aufbruch, Idee, Herrschaft, Niedergang und Erneuerung

Tagung

Tagungsflyer - Programm (1,2 MB)

Kurzfassung der Tagungsbeiträge (3,0 MB)

 

Gärten und Parks spiegeln die Ideen- und Herrschaftsgeschichte der jeweiligen Zeit wider. Sie sind ein Schmelztiegel für Moden, Sehnsüchte und Hoffnungen. Die Machtdemonstration im Barock, der humanistische Aufbruch in der freien Gestaltung der Landschaftsgärten und die merkantilistischen Überlegungen bei der Einführung und Verbreitung fremdländischer Gehölze, Obst- und Maulbeerbäume wirkten auf die Gestaltung und die Nutzung der Anlagen. Zwar fanden die Entwicklungen im europäischen Rahmen statt und in unterschiedlicher Intensität und Ausprägung in den einzelnen Ländern, aber niemals losgelöst von den Nachbarn. Es war ein ständiger Prozess des Kopierens, Verfeinerns und Weiterentwickelns.

Auch das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel war in diesen Fluss der Geschichte eingebettet; Herrschaft, Adel und Bürgertum eiferten miteinander. Die Tagung arbeitet an der Geschichte einzelner Anlagen den Werdegang der regionalen Gartenkultur heraus, sie zeigt eine Einordnung in den großen europäischen Rahmen auf und gibt Anreiz und Ansporn zur Weiterentwicklung oder auch Rekonstruktion von historischen Anlagen. Sehr viele Gärten und Parks sind im Braunschweiger Land verschwunden. Hessen, Antoinettenruh und Salzdahlum waren Beispiele für eine auch im europäischen Maßstab große Gartenkunst. Die heute noch existierenden Anlagen wie Vechelde, Wendhausen oder Hedwigsburg lassen leider von ihrer einstigen Pracht nicht mehr viel erkennen.

Zeitlich bewegt sich die Tagung zwischen dem Barock und dem 19. Jahrhundert; thematisch ist der Raum weit gespannt. Neben der Herrschafts- und Baugeschichte werden Aspekte der historischen Gehölzverwendung und der gesellschaftlichen Wirkungen und Ansprüche an die Entwicklung und Nutzung der Gärten und Parks erörtert.